Es ist kurz vor den Ferien, das Wetter wird besser und die Motivation lange in der Schule zu sitzen nimmt bei den Schüler*innen langsam aber sicher ab. Gerade im Informatikgrundkurs von dem nur ein Teil der Schüler*innen sich im Abitur prüfen lässt und der andere Teil nur noch bis zu den Ferien in Informatik unterrichtet wird ist das seit der geschriebenen Klausur deutlich spürbar. Grund genug ein bisschen in der Trickkiste zu wühlen um die Motivation durch ein Projekt neu zu entfachen. Das Thema der Algorithmik stand ohnehin noch einmal auf dem Lehrplan. Da die Programmierung trotz Praxisbezug immer ein bisschen theoretisch bleibt habe ich mich entschieden für den Kurs einen Satz Micro:bits zu besorgen. Die Micro:bits lassen sich mit einer scratchähnlichen grafischen Programmiersprache programmieren und bringen „ab Werk“ einige Sensoren und Interaktionsmöglichkeiten mit. Nach der ersten Stunde in der die Micro:bits aus den Pappschachteln ausgepackt wurden stellte sich mir allerdings schnell die Frage: Wie kann ich die Micro:bits sicher aufbewahren und transportieren? Die Schachteln würden spätestens nach einem Spontaneinsatz in einer Vertretungsstunde der 6. Klasse den Geist aufgeben. Im Internet habe ich zwar eine Box aus dem Lasercutter gefunden, allerdings konnten da nicht die Kabel mit verstaut werden. (Interesse, wie das aussieht? Klicke hier) Meine Lösung bestand darin, einen Werkzeugkoffer mit einem 3D-gedruckten Einsatz zu nutzen. Einige Entwürfe und Testdrucke später war der Einsatz fertig und passte nicht nur perfekt in den Werkzeugkoffer, sondern ermöglichte auch das leichte Einsortieren der Boards. In den restlichen Fächern der Koffers können sowohl die Kabel, als auch weitere Sensoren oder Powerbanks verstaut werden.
Read moreUpcycling im Informatikunterricht
Reduce, Reuse, Recycle – das ist mein ganz persönliches Lebensmotto. Auch in der Schule ermutige ich im Unterricht die Schüler*innen Konsum zu hinterfragen und einen Fokus auf Reparierbarkeit und das Upcycling von vermeintlichem Müll zu legen. Dazu gehört das Nutzen von alten Versandkartons, um günstiges Material für den Lasercutter zu bekommen aber auch das Designen von 3D gedruckten Einsätzen für alte Schokoladenverpackungen. Ein Schüler brachte diese selbst mit in den Unterricht und fragte, ob er sich dafür einen Einsatz drucken könnte, um microSD Karten zu verstauen. Kurzerhand haben wir gemeinsam eine Projektarbeit erarbeitet. Was könnten Bewertungskriterien eines gelungenen Designs sein? Was sind die Rahmenbedingungen (Druckgröße, Materialverbrauch, Druckdauer)? Den inhaltlichen Unterbau habe ich in enger Abstimmung mit den Schüler*innen entwickelt und Fragen, die in der Stunde entstehen entweder direkt geklärt oder als theoretischen Input für den Beginn der nächsten Stunde vorbereitet. Regelmäßige Rückmeldung zu den Designs kam dabei zum Beginn jeder Stunde auch von den Schüler*innen selbst – eben eine richtige Projektarbeit! Binnen weniger Wochen waren die Entwürfe fertig und die Schüler*innen durften ihre gedruckten Elemente mit nach hause nehmen. Hinweis: Werbung wegen Markennennung.
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