Kisten packen, Stand aufbauen und den Schüler:innen des Seminarfachs Technische Informatik die Bühne überlassen. Nachdem sie letztes Jahr noch die Exponate des vergangenen Seminarfachs vorgestellt hatten, waren dieses Jahr die eigenen dran.
Der „Macher-Vibe“ am eigenen Messestand
Schon der Standbau war ein echtes Highlight. Wir konnten endlich unseren modularen Messestand aus robusten OSB-Platten wiederverwenden. Dieses Mal bekam er aber ein ganz besonderes Upgrade: Ein frisch gebrandetes Standschild, das wir vorab mit dem Laser EM-Smart Dual 2 präzise veredelt hatten.
Vom ersten Moment an spürten wir das offene Interesse der Besucher:innen. Egal ob erfahrene Maker, interessierte Eltern oder Lehrkräfte anderer Schulen – der Zuspruch für die Arbeit unserer Schüler:innen war riesig. Es wurde angefasst, ausprobiert, nachgefragt und tief in die Technik eingetaucht.
Hands-on Informatik: Unsere Exponate im Überblick
Was im Seminarfach in rund sechs Wochen intensiver Facharbeitszeit entsteht, ist weit mehr als trockene Theorie. Es ist Technik zum Anfassen, Ausprobieren und Verstehen. Auf der Messe hatten wir eine bunte Palette an Projekten dabei:
- Der AR-Sandkasten: Ein absoluter Publikumsmagnet! Eine 3D-Kamera scannt die Sandoberfläche in Echtzeit, während ein Windows-PC daraus ein Höhenprofil berechnet. Ein Beamer projiziert die topographische Karte direkt zurück auf den Sand. So wird Erdkundeunterricht durch Anfassen und Verändern spielerisch begreifbar.
- Der KI-Müllsortierer: Umweltschutz trifft Künstliche Intelligenz. Ein ausgemustertes Smartphone dient als Kamera und Recheneinheit für ein trainiertes YOLO-11n KI-Modell. Die erkannten „Müllstücke“ (Lego-Würfel) werden über ein Lego-Technic-Förderband und einen ESP32-Mikrocontroller automatisch in die richtigen Behälter sortiert.
- Selbstentwickelte Lernplatinen: Ein Projekt aus dem Seminarfach für den Informatikunterricht der 9. Klasse. Mithilfe von ATtiny-Chips, Schaltern und Potentiometern lernen die jüngeren Mitschüler:innen spielerisch die Binärcodierung und das Mischen von RGB-Farben.
- Interaktiver Funktions-Visualisierer: Mathe trifft Hardware! Ein Ultraschallsensor, Potentiometer und Joysticks erfassen Bewegungen und Auslenkungen. Ein ESP32 berechnet die mathematischen Funktionsgraphen live und stellt sie auf einer Webseite dar.
- Der Reaktionszeitmesser: Für den Sportunterricht entwickelt, misst ein ESP32-System präzise und drahtlos die Reaktionszeit der Schüler:innen ohne fehleranfällige Stoppuhren.
- Secret Agent Wahlotron: Ein kreatives Demokratie-Projekt! Ein ESP32 und ein Raspberry Pi ermöglichen niederschwellige, anonyme Meinungsabfragen in der Schule, um Hürden bei der Schülermitwirkung abzubauen.
Pädagogischer Twist: Warum wir auf die Maker Faire fahren
Warum machen wir diesen Aufwand? Weil Informatik und technische Bildung erst dann ihre volle Wirkung entfalten, wenn sie die Klassenzimmerwand durchbrechen.
Wenn Schüler:innen erleben, wie fremde Menschen fasziniert vor ihren Projekten stehen, Löcher in den Bauch fragen und die Exponate begeistert ausprobieren, verändert das den Blick auf das eigene Lernen nachhaltig. Das selbstständige Tüfteln, das Überwinden von Bugs und das Präsentieren vor echtem Publikum vermitteln genau die Kompetenzen, die in einer digitalisierten Welt zählen: Problemlösungskompetenz, Eigeninitiative und Selbstbewusstsein.
Wissenserwerb ist eben nur ein Teil von Schule – das gemeinsame Gestalten und Stolzsein auf das Erreichte bildet das eigentliche Fundament.
Mein Fazit
Die Maker Faire 2026 war für das GiS ein voller Erfolg. Die Rückmeldungen, das Netzwerken und das Strahlen unserer Schüler:innen haben einmal mehr gezeigt, wie viel Potenzial in praxisnaher Maker Education steckt.
Warst du dieses Jahr vielleicht selbst auf der Maker Faire in Hannover oder planst ein ähnliches Messeprojekt mit deiner Klasse oder Schule? Welches Exponat hätte dich am meisten interessiert? Schreib mir gerne eine Nachricht – ich freue mich auf den Austausch mit dir!
Hinweis: Werbung wegen Markennennung.




