Du stehst vor einer neuen Maschine, die Augen leuchten vor Erwartung, und eigentlich willst du nur eines: Einfach mal machen! Doch dann kommt der Moment, in dem man (im besten Fall) kurz innehält. Bei aller Begeisterung: Sollte ich jetzt einfach loslegen? Egal ob beim 3D Drucker und Lötkolben die Temperaturen weit über 200°C erreichen, bei der CNC Fräse die auch nicht mehr als ein sich bewegender Bohrer ist oder beim Laser. Sicherheit sollte an erster Stelle stehen. Nur so hat man auch in Zukunft noch die Möglichkeit selber kreativ zu werden. In diesem Artikel schauen wir uns daher an, wie man den Spagat zwischen „Hands-on“-Begeisterung und der notwendigen Sicherheit meistern kann – ganz im Sinne der technischen Mündigkeit.

Mission: Strahlenschutz im Klassenzimmer

Ein Lasergravierer wie der EM-Smart Dual 2 ist ein fantastisches Werkzeug, um Technik „begreifbar“ zu machen. Er kombiniert Präzision mit sofort sichtbaren Ergebnissen. Aber wir arbeiten hier mit künstlicher optischer Strahlung. Damit das Tüfteln nicht im Desaster endet, gibt es von der KMK Niedersachen die RiSU (Richtlinie zur Sicherheit im Unterricht).

In Schulen ist die Regel streng, aber klar: Wir dürfen nur Laser nutzen, die insgesamt in die Laserklasse 1 oder 2 eingestuft sind. Das erreichen wir beim EM-Smart durch die Einhausung: Der Laser feuert nur, wenn das Schutzglas geschlossen ist. Das Gehäuse schirmt die direkte und indirekte Strahlung so ab, dass für uns Nutzer:innen keine Gefahr besteht.

Pro-Tipp: Auch wenn das Gerät sicher eingehaust ist, schadet die beiliegende Laserschutzbrille als zusätzliche Vorsichtsmaßnahme nie – besonders, um den Schülern den Respekt vor der Technik zu vermitteln. Jeder Sicherheitsmechanismus kann fehlschlagen. Da schadet eine doppelte Absicherung nicht.

Lüften statt Husten: Die Chemie muss stimmen

Beim Lasern entstehen durch die hohen Temperaturen im Fokus ordentlich Emissionen – Dämpfe, Gase und Aerosole. Die RiSU sagt ganz klar: Diese müssen wirksamen nach außen abgeführt werden. Für unseren geplanten Schul-Makerspace ist eine direkte Ablüftung nach draußen das Ziel. Da der Neubau allerdings noch auf sich warten lässt, müssen wir kreativ werden: Solange die fest installierte Absaugung fehlt, ist der Chemie-Abzug ein super Ort für den Laser. Doch auch dort kann man nicht einfach alles gravieren. Bei der Verbrennung von bestimmen Materialien kommen fiese Verbindungen vor, die nicht nur gesundheitsschädlich sind, sondern auch das Gerät angreifen. Bearbeitet man beispielsweise etwas aus PVC (eine bestimmte Art Plastik) entsteht bei der Verbrennung neben vielen anderen giftigen stoffen Chlorwasserstoff, was in Verbindung mit Wasser Salzsäure bildet. Polyurethan ist ebenfalls so ein Stoff von dem man tunlichst die Finger lassen sollte. Das ist übrigens ein schöner Übergriff zum Fach Chemie. Die sonst eher wenig greifbare Oxidation hat einen ganz praktischen Bezug.

Metalle? In der Schule leider tabu!

Hier kommt ein kleiner Dämpfer für alle, die das Schlampermäppchen aus Alu gravieren wollten: Wegen unkontrollierter Reflexionen dürfen in der Schule keine Metalle graviert oder geschnitten werden. Der Faserlaser kann aber noch einiges mehr: Man kann ihn zum Beispiel nutzen, um Steine oder Schiefer zu gravieren. Bisher habe ich es zwar noch nicht ausprobiert aber das steht auf jeden Fall weit oben auf meiner Liste!

Werkstatt-Vibe: Sicherheit als Mindset

In meiner privaten Werkstatt bin ich ein bisschen freier und probiere auf jeden Fall mal die Metallgravur aus. Bei der Lüftung setze ich auf den EM-Smart Rauchabsauger für die Dual-Serie. Der Schlauch passt perfekt auf den Abluftanschluss des EM-Smart Dual 2 und zur Sicherheit lasse ich einfach auch das Fenster weit geöffnet. Da ich allerdings nur eine Schutzbrille habe möchte ich sichergehen, dass niemand ausversehen in die Werkstatt kommt, während der Laser läuft. Ich habe mir daher ganz stilecht mit dem Laser ein Warnschild gebastelt, das draußen an der Tür hängt. Ein kleiner Tipp auch hier: Ich hatte zuerst geplant das Holz mit einem Spray zu lackieren (keine Gute Idee, da der Lack CMIT (Chlormethylisothiazolinon) enthält.) Ich bin daher zu einer Farbe ohne diese fiesen Konservierungsstoffe gewechselt. Den Rest erledigt der Filter!

Fazit: Technik beherrschen, nicht nur nutzen

Sicherheit im Unterricht klingt oft nach Bremse. Aber eigentlich ist sie der Wegbereiter für echte technische Mündigkeit. Wenn Schüler:innen verstehen, warum wir absaugen und wie eine Einhausung funktioniert, konsumieren sie Technik nicht nur, sondern sie durchdringen sie. Darum sind auch Fragen wie: Sind die Kabel in Ordnung? Ist der Innenraum sauber? (Schnittreste sind Brandherde!) Ist der Feuerlöscher in Griffweite? genau so wichtig wie, dass wir als Kinder gelernt haben nicht mit einem Fön in die Badewann zu steigen.

Hinweis: Auch wenn es explizit keine Werbung sein soll, muss ich es als solche kennzeichnen. Also: Werbung wegen Markennennung.

Lem lasercutting, make 'em smart