Bildcodierung mit Bügelperlen

Lehrkräfte nehmen alte Konzepte aus der Kiste und spulen ihr Programm ab? Ein weit verbreiteter Irrglaube! Für mich soll es ja auch spannend bleiben! Daher wollte ich die Klebezettelcodierung für die nächste Lerngruppe abwandeln. Der erste Schritt war eine neue Materialerfahrung: Bügelperlen. Das Prinzip der Rastergrafik war schnell erklärt, doch die Umsetzung forderte die Schüler:innen auf eine ganz andere Weise. Statt der großflächigen Arbeit im Team an den Fenstern war nun individuelle Präzision am eigenen Arbeitsplatz gefragt. Es war faszinierend zu sehen, wie die neue Klasse diese Herausforderung der Feinmotorik annahm. Aus den digitalen Vorlagen entstanden greifbare, physische Kunstwerke. Der Moment, in dem das Bügeleisen die losen Perlen zu einem festen Objekt verschmolz, machte das abstrakte Konzept der Pixel für jeden Einzelnen begreifbar. Nachdem die Schüler:innen das Prinzip der Rastergrafik mit den Perlen verinnerlicht hatten, war es Zeit für etwas völlig Neues: den Schritt von der Kunst zur Funktion. Die Herausforderung lautete: Können wir als neue Klasse ein Raster aus schwarzen und weißen Perlen erschaffen, das ein Handy tatsächlich lesen kann? Die Vorstellung, einen funktionierenden QR-Code von Hand zu bauen, entfachte sofort einen besonderen Ehrgeiz in der Gruppe. Anhand einer digitalen Vorlage wurde Pixel für Pixel der Code nachgebaut, der auf die Schul-Website verlinken sollte. Der Höhepunkt war der gemeinsame Test. Das erste Handy wurde auf den selbstgebauten Code gerichtet, ein Moment der Stille, dann der Erfolg: Die Schul-Website erschien auf dem Display. So hat sich wieder einmal bewahrheitet: Ein bewährtes Konzept mit einem neuen Ansatz zu versehen, ist oft der beste Weg, um Begeisterung zu wecken.

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